Regionstrainingswoche Nord+Küste
Eigentlich waren viele Pfadis nicht so glücklich darüber, dass das Regionslager Küste in diesem Jahr nicht wie gewohnt an Himmelfahrt, sondern stattdessen eine Woche später über Pfingsten stattfinden würde.
Doch eine gute Sache hatte das ganze: Das Regionstraniningswochenende konnte an Himmelfahrt stattfinden! Ein ganzes (verlängertes) Wochenende Zeit um Mitarbeitende und Neugierige für verschiedene Bereiche und Aufgaben zu schulen und ihnen Zeit zu geben für ihre Fragen.
Dafür haben wir uns in den Regionen Nord und Küste zusammengetan. Angeboten wurden dieses Jahr drei Kurse, welche parallel zueinander in Suderburg in der Nähe von Uelzen stattfanden. Ein AkelaX (Akela-Kurs) für Mitarbeitende bei den Wölflingen (6-9 Jahre), ein SiFüX (Sippenführungskurs) für Mitarbeitende bei den Jungpfadfinder*innen und Pfadfinder*innen (10-17 Jahre) und ein StaFüX (Stammesführungskurs) für Menschen, die sich für das Thema Leitung eines Stammes – also einer Ortsgruppe – interessieren.
Auch wir Itzehoer waren dieses Mal dabei und hatten Mitarbeitende in allen drei Kursen vertreten. Hier bekommt ihr einen kleinen Einblick, wie das die Regionstrainingswoche für uns war:



SiFüX
Eigentlich graute unserer Mitarbeiterin Mello schon vor diesem Kurs, denn Teil des Kurses würde ein Haijk sein – also eine Wanderung mit Übernachtung in der Wildnis. Am liebsten hätte sie noch schnell getauscht und sich in einen anderen Kurs eingetragen, aber: An Herausforderungen wächst es sich bekanntlich besonders gut und als Drückebergerin wollte Mello nicht gelten.
Ihre Erwartung an den Kurs: Ein bisschen mehr Outdoor aufschnappen und ein bisschen weniger theoretisch nach Hause fahren.
Zu Beginn des Kurses wurden alle Teilnehmenden des SiFüX in zwei Sippen – also zwei Untergruppen – eingeteilt. Jede Sippe sollte sich dann einen Namen geben und verschiedene Rollen auf die Sipplinge (also die Sippenmitglieder) verteilen. “Am besten” so hieß es “eine Rolle, die euch nicht liegt, damit ihr euch ein wenig herausfordern könnt.” Oh weh. Mello wurde Feuermeisterin – ausgerechnet. Denn wenn wir ehrlich sind hat Mello bei den Pfadis noch nie allein ein Feuer angemacht. Aber immerhin, auch bei der anderen Sippe gibt es einen Feuermeister, dann kann sich immerhin abgewechselt werden.
Mellos Sippe nannte sich “die wilden Ponys” und erfuhr bald, dass der Kurs so proppevoll mit Inhalten sein würde, dass sogar beim Essen Vorlesungen stattfinden würden. Meine Güte!
Doch auch wenn es einige Themen auf dem Zettel gab, kam der Spaß nicht zu kurz. Ausgerechnet der Haijk gefiel Mello schließlich am allerbesten. Ewig hätte sie noch weiterwandern können behauptete sie anschließend und das Schlafen ohne sichere Kohte oder Jurte nur unter einer Plastikplane war nicht so schlimm wie gedacht – glücklicherweise hatte es auch nicht geregnet. Bloß die Mücken ließen den Schlaf weniger erholsam werden und die Stirn dafür dick anschwellen.
Auf dem Hinweg war die Sippe der wilden Ponys besonders aufgeschmissen, denn dort stand an einer Abzweigung ein Schild: Pferde verboten. Hier können Ponys also eigentlich nicht langgehen… Auf dem Rückweg allerdings lief der Weg ohne Unvorhergesehenes ab. Besonders die Dose Mais, welche auf halber Strecke “gezündet” wurde verhalf zur allgemeinen Begeisterung.
Zurück auf dem Lagerplatz duschten sich die Meisten ausgiebig. Zu dumm, dass ausgerechnet direkt nach der Dusche das Spielen dran kam. Es wurde balanciert, sich mit Regeln gekloppt und ein Wasserkanister zu entwenden versucht. Anschließend hätte eine erneute Dusche wirklich Not getan.
Jetzt sag Mal Mello, was hast du denn nun mitgenommen von deinem SiFüX?
“Feuermeisterin bin ich keine geworden. Ehrlicherweise habe ich auf dem ganzen SiFüX kein einziges Feuer angemacht, sondern höchstens Holz geschleppt und das Feuer ab und an am Laufen gehalten.
Das Spielen hat mich motiviert auch in meiner Sippe Zuhause mehr Spiele zu integrieren und auch der Haijk war ein Höhepunkt – was ich vorher überhaupt nicht gedacht hätte. Ich nehme mir fest vor auch mit meinen eigenen Sipplingen einen Haijk zu organisieren.
Während des SiFüX haben wir außerdem jeweils eine Gruppenstunde für die andere Sippe organisiert. Die Idee, welche an uns getestet wurde werde ich übernehmen und an meinen Sipplingen testen. Was genau darin vorkommt verrate ich aber noch nicht.”
Und bist du jetzt mehr Outdoor aufgeschnappt und fährst weniger theoretisch nach Hause?
“Auf jeden Fall! Ein Haijk mehr gilt denke ich als ein etwas mehr Outdoor und die Spiele sowie die
Gruppenstunde etwas weniger theoretisch als meine Gruppenstunden vorher.”
Der SiFüX war also ein voller Erfolg! Wir hoffen, dass das auch bei unserer Jupfisippe ankommt.



Und wie war es auf dem StaFüX?
StaFüX
Seit einigen Jahren schon ist die Stelle der Stammesführung bei uns im Stamm vakant. Umso schöner war es, das nun zwei von uns (Alisa und Micha) an diesem StaFüX teilgenommen haben.
Bei dem gesamten Kurs stand ein Wort über allem und tauchte immer wieder auf: „Eigenverantwortung“. Der ganze Kurs basierte darauf, dass die Teilnehmenden sich selbst organisieren und die Trainer nur die inhaltlichen Themen anleiten.
Los gings mit dem Aufbau der Zelte. Das ging reibungslos, aber gemütlich von der Hand und schon konnte sich um´s Abendessen gekümmert werden, natürlich eigenverantwortlich! Während des Abendessens, gab es wie beim SiFüx, Inhalte, denn auch der StaFüX war vollgepackt mit Inhalten und Themen. Der Abend endete mit einer Analysierung des Aufbaus der Zelte und der Zubereitung des Essens und einem fließenden Übergang zur Singerunde und Abendwache.
Über die nächsten 2 Tage gab Themenblöcke zu z.B. Führungsstilen, Rechtswesen, Motivation, Grund- und Leitsätzen der BPS, Geschichte, Charakterbildung, Feedbackkultur und vielen mehr. Abends wurde gesungen, oder sich unterhalten. Besonders lang in die Nacht hinein blieb allerdings kaum einer wach, denn die Inhalte war schon fordernd.
Bei allen Themenblöcken lag es ein Stück weit im Ermessen der Teilnehmenden, wie ausführlich die Themen durch Diskussion und Gespräche ausgeführt wurden.
Auf diesem StaFüX war viel, sehr viel Redebedarf und so kam es nicht selten vor, dass noch beim Essenkochen über die Themen weiter gesprochen wurde.
Für die letzte Nacht bestand die Möglichkeit, alleine draußen im Wald zu schlafen, um das Gehörte zu reflektieren.
Wie schon zu Anfang erwähnt basiert der ganze Kurs auf Eigenverantwortung der Teilnehmer. Es ging um viele, ausführliche und teilweise sehr vertiefende Gespräche. Es ging darum, sich bewusst zu machen, was Führung heißt, was seine Motivation dahinter ist und wie man das angeht. Wen das anspricht, ist herzlich eingeladen sich für den nächsten StaFüX anzumelden! 🙂


Aber das war doch noch ein Kurs, nämlich der AkeLaX
AkeLaX



